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erika mit trikot kleinErika Beck.
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Wenn über Fußballspiele geschrieben wird, werden sie mit keiner Zeile erwähnt. Dabei geht nichts ohne sie. Mit „sie“ sind jene Menschen gemeint, die im Hintergrund für ihre Vereine agieren – ob Platzwart, Betreuer oder Physiotherapeuten. Und nicht zu vergessen die Trikotwäscher, denn ohne sie hätten die Spieler keine sauberen Trikots. Beim TSV Seckmauern machte das über viele Jahrzehnte Erika Beck. Mehr als 50 Jahre lang sorgte sie dafür, dass die Spieler immer in gewaschenen, gepflegten Trikots auflaufen konnten. Jetzt, kurz nach ihrem 80. Geburtstag, ist nun Schluß mit der Wascherei. Becks letzter Waschtag endet am 31.Mai 2022.

 

Erika Beck kam 1956 von Gnötzheim (bei Ochsenfurt) nach Seckmauern, um hier Schneiderin zu lernen. 1960 heiratete sie Willi Beck, der acht Jahre später zum ersten Mal Vorstand des TSV Seckmauern werden sollte und dies dann insgesamt 11 Jahre lang war. Als 1969 die 1.+2. Mannschaft bei Erika wegen Trikot waschen anfragte, sagte sie nicht nein. Zusätzlich übernahm sie zu diesem Zeitpunkt auch noch die Trikots der AH, um die sich bisher ihre Schiegermutter Sophie gekümmert hatte. Im Laufe der Jahre kamen nach und nach alle Teams des TSV hinzu. Zeitweise waren es 11 Mannschaften, die ihre Trikots bei Erika abgaben, damit sie gewaschen und bei Bedarf von ihr auch geflickt wurden. Mit dieser Arbeit war sie gewöhnlich von Samstag bis Montagnachmittag beschäftigt. Für einen Trikotsatz musste die Waschmaschine meist dreimal gefüllt werden. In der Spitze kamen so 1000 Waschmaschinenfüllungen pro Jahr zusammen, im Durchschnitt jährlich 600 Füllungen. Die Unkosten (Wasser, Strom, Waschmittel usw.) wurden ihr vom TSV erstattet. Geld verdient hat sie mit dieser Arbeit nicht, Erika machte das ehrenamtlich!

Als 2017 ihr Mann Will Beck starb, trat sie etwas kürzer und gab einen Teil der Jugendmannschaften ab. Aktuell betreut sie noch die 1A, 1B, AH, A- und B-Jugend, die restlichen Jugendteams regeln das Trikotwaschen seitdem unter sich.

 

„Ich habe diese Tätigkeit all die Jahre sehr gerne gemacht. Aber ich glaube, nach gut 50 Jahren darf man in meinem Alter auch mal ans Aufhören denken. Ich bin froh, dass ich trotz meiner 80 Jahre noch recht fit bin. Das liegt wohl auch an dem vielen Treppensteigen: ich musste immerhin jedes Mal 31 Stufen bewältigen, von der Wohnung bis in die Waschküche,“ meint Erika Beck schmunzelnd und sagt abschließend: „Jetzt müssen das andere übernehmen.“

 

„Wir sind froh und auch stolz, dass Erika das Trikotwaschen über einen so langen Zeitraum erledigt hat,“ sagt Vorstand Ernst-Dieter Walther. „Sie war die Zuverlässigkeit in Person, ob dreckige Trikots hinbringen oder saubere Trikots abholen, es klappte alles wunderbar. Wie es beim TSV jetzt ohne sie weitergehen soll, da sind wir momentan noch etwas ratlos. Es wird schwer sein, die Lücke, die sie hinterlässt, zu füllen. Ideal wäre natürlich wieder eine Person, die für das Waschen hauptverantwortlich ist. Wir sind daher offen nach allen Seiten und nehmen dankbar jeden Vorschlag entgegen“, gibt sich Walther am Ende vorsichtig optimistisch.

„Unsere Dankbarkeit und Wertschätzung gilt der von Erika Beck geleisteten Arbeit. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, weiterhin Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.“ Damit spricht Walther im Namen aller Mitglieder des Vereins.

 

erika vor regal kleinErika vor dem Regal mit den Taschen gewaschener Trikots.
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